Geschrieben von: Manfred Gerkensmeyer
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Der Finanzbedarf der Existenzgründer

Gründer unterschätzen häufig ihren Finanzbedarf

Gründer unterschätzen häufig ihren Finanzbedarf

Jede Existenzgründung benötigt eine angemessene finanzielle Basis - das ist eine Binsenweisheit. Doch längst nicht jeder Gründer schätzt seinen Finanzbedarf tatsächlich auch richtig ein. Das zeigt eine aktuelle KfW-Untersuchung, die sich näher mit diesem Thema befasst.

Nur wenige Gründer bleiben im Budgetrahmen

Der KfW-Untersuchung lag eine Auswertung des sogenannten KfW/ZEW-Gründerpanels zugrunde, mit dem die Entwicklung neu gegründeter Unternehmen systematisch verfolgt wird. Für die aktuelle Untersuchung wurden 6.600 junge Unternehmen befragt, die zwischen zwei und vier Jahren am Markt sind. Die Analyse zeigte erstaunliche Abweichungen zwischen Einschätzung und Realität beim Finanzbedarf. Wurde in den Business Plänen im Schnitt ein Finanzbedarf von 102.000 Euro im ersten Jahr der Gründung angesetzt, lag der tatsächliche Bedarf bei 152.000 Euro - also fast um die Hälfte höher.

Besonders weit daneben lagen Gründer, die mit besonders wenigen Mitteln kalkuliert hatten. Wer nur bis zu 25.000 Euro für sein Vorhaben angesetzt hatte, brauchte im Schnitt das 3,3fache - nämlich 68.000 Euro. Auffallend auch die Diskrepanz bei jungen Unternehmen, die Mitarbeiter einstellten. Hier lag der Mehrbedarf bei 172 Prozent im Vergleich zum ursprünglichen Ansatz. Offenbar werden die Personalkosten besonders häufig unterschätzt. Nur 28 Prozent der Gründer blieben innerhalb des angesetzten Budgetrahmens - wohl nicht immer ganz freiwillig, denn gerade bei dieser Gruppe zeigten sich häufiger Probleme mit externen Kapitalgebern. Man wäre wohl bereit gewesen, mehr Finanzmittel einzusetzen, wenn sie zur Verfügung gestellt worden wären.

Jede dritte Gründung ohne Business Plan

Und noch ein Ergebnis zeigte die Auswertung: nur zwei von drei Existenzgründern stellen überhaupt einen Business Plan auf. Das ist schon erstaunlich, denn ein Business Plan bietet nicht nur die Möglichkeit, die eigene Geschäftsidee zu konkretisieren und durchzuplanen, sondern ist eine entscheidende Voraussetzung, um externe Geldgeber zu überzeugen und Kredite von einer Bank oder öffentliche Fördermittel zu erhalten. Wer auf den Business Plan verzichtet, geht ein unnötig hohes Risiko ein und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Gründung bereits nach kurzer Zeit scheitert. Finanzierungsfehler sind einer der häufigsten Ursachen für Insolvenzen.

Die Konsequenz kann für Gründer nur lauten, bei der Einschätzung noch mehr Realitätssinn zu beweisen und die Planung auf ein solides Zahlengerüst zu stützen. Ohne einen Business Plan, der die Kernfragen des Unternehmens beantwortet, kommt eine realistische Einschätzung des Finanzbedarfs nicht aus. Externe Beratung und Experten-Know How bei der Planung sind oft sinnvoll. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem Business Plan und zeigen Ihnen geeignete Wege zur Deckung Ihres Finanzbedarfs unter Einbeziehung öffentlicher Fördermittel auf.