Geschrieben von: Manfred Gerkensmeyer
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Was sind mittelständische Beteiligungsgesellschaften?

Was sind mittelständische Beteiligungsgesellschaften?

Was sind mittelständische Beteiligungsgesellschaften?
Mittelständische Unternehmen, die expandieren wollen, stehen immer wieder vor dem Problem, dass zu wenig Eigenkapital vorhanden ist, um Wachstum zu finanzieren. Ohne ausreichende Kapitalbasis sind Banken aber kaum zu weiteren Krediten bereit. Die Folge ist: an sich aussichtsreiche Investitionen können dann nicht umgesetzt werden. In diesem Fall bieten mittelständische Beteiligungsgesellschaften Fördermittel an. Mehr zu Aufgaben und zur Tätigkeit mittelständischer Beteiligungsgesellschaften erfahren Sie hier.

Bei der Finanzierung von Unternehmenserweiterungen und von Wachstum ist Eigenkapital immer wieder der entscheidende Engpassfaktor. Wenn nicht genügend Kapital vorhanden ist, sind Banken bei der Gewährung weiterer Kredite sehr zurückhaltend. Gerade Mittelständler, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben, tun sich oft schwer, sich neue Kapitalquellen zu erschließen. Hier helfen mittelständische Beteiligungsgesellschaften über Fördermittel. Wie, dazu finden Sie hier mehr Informationen.

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften gibt es bereits seit Jahrzehnten. In den 1970er Jahren wurden in den einzelnen Bundesländern entsprechende Einrichtungen geschaffen, um kleinen und mittleren Unternehmen bei der Kapitalbeschaffung zu helfen. Anlass der Gründung bildete die seit Langem bekannte Tatsache der Unterkapitalisierung vieler mittelständischer Betriebe. Sie führt dazu, dass Unternehmen krisenanfälliger sind und an sich aussichtsreiche Investitionen nicht vornehmen können. Eine bessere Eigenkapitalausstattung würde zu mehr Stabilität und mehr Wachstum führen. Dieser Aufgabe haben sich mittelständische Beteiligungsgesellschaften verschrieben.

Daten und Fakten im Überblick

Heute gibt es bundesweit insgesamt fünfzehn dieser Einrichtungen - in jedem Bundesland eine, in Berlin und Brandenburg besteht eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft. Sie sind auf privatwirtschaftlicher Basis organisiert und werden von Förderinstituten, Banken, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Wirtschaftsverbänden getragen. 2012 waren mittelständische Beteiligungsgesellschaften an rund 2.900 Unternehmen mit 155.000 Mitarbeitern und circa 24 Mrd. Euro Jahresumsatz beteiligt. Dabei lag das Beteiligungsvolumen bei über 1,1 Mrd. Euro. Neue Engagements wurden in Höhe von 137 Mio. Euro eingegangen.

Das wird finanziert

Die Tätigkeit mittelständischer Beteiligungsgesellschaften unterscheidet sich von der Venture-Capital-Finanzierung. Die stellt vor allem auf innovative Unternehmensgründungen in einem sehr frühen Unternehmensstadium ab. Dabei erfolgt die Finanzierung bereits in einer Phase, in der die Produktentwicklung noch nicht abgeschlossen und die Marktreife noch nicht erreicht ist. Mittelständische Beteiligungsgesellschaften zielen dagegen mehr auf Unternehmen, die bereits erfolgreich am Markt platziert sind und jetzt expandieren wollen. Unterstützt werden vor allem Erweiterungs-, Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen. Aber auch im Zusammenhang mit Gründungen, Innovationen, Unternehmensnachfolgen und Restrukturierungen sind mittelständische Beteiligungsgesellschaften zu Engagements bereit. Die Fördermittel-Finanzierung erfolgt aus dem Gesellschaftskapital und aus Mitteln des ERP-Beteiligungsprogramms der KfW. 50 Prozent der Beteiligungen sind durch staatliche Rückbürgschaften abgesichert.

Fördermittel über stille Beteiligungen

Die typische Form der Kapitalbereitstellung ist die stille Beteiligung. Dabei stellen die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften mittelständischen Unternehmen Kapital als stiller Gesellschafter zur Verfügung. Mit dieser Konstruktion wird gewährleistet, dass die Eigenkapitalbasis einerseits erhöht wird, andererseits die bisherigen Gesellschafter weiterhin das Sagen im Unternehmen haben. Denn bei der stillen Gesellschaft hat der Kapitalgeber zwar Informationsrechte, aber keine Mitspracherechte. Mit der Aufstockung des Eigenkapitals wird das Rating des Unternehmens und damit auch die Kreditwürdigkeit verbessert.

Wesentliche Konditionen

Die Beteiligung bewegt sich in einer Größenordnung von 50 Tausend bis 2,5 Millionen Euro und ist auf Zeit angelegt. Die Laufzeiten liegen in den alten Bundesländern zwischen fünf und zehn Jahren, in den neuen Bundesländern bei zwölf Jahren. Für die Beteiligung ist eine Vergütung zu bezahlen, die aus einem fixen und einem erfolgsabhängigen Teil besteht. Der Vergütungssatz bewegt sich in einer Größenordnung von 8 bis 12 Prozent. Das ist mehr als beim üblichen Bankkredit und hängt mit dem größeren Risiko der Beteiligungsfinanzierung zusammen. Betriebswirtschaftlich betrachtet, weist die stille Beteiligung sowohl typische Merkmale von Eigen- als auch von Fremdkapital auf. Man spricht in diesem Zusammenhang auch häufig von Mezzanine Kapital (von ital. mezzo = Mitte, zwischen).

Voraussetzungen für Fördermittel

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften erwarten als Voraussetzung für ihr Engagement einen ausgereiften Business Plan, in dem das Unternehmenskonzept und die geplanten Veränderungen fundiert dargelegt werden. Anhand von detaillierten Planungsrechnungen ist darzulegen, wie sich die beabsichtigten Investitionen auf Gewinn und Verlust des Unternehmens auswirken werden. Auch Angaben zur Ausgangssituation, wie die Vorlage des aktuellen Jahresabschlusses, Daten zur Auftragslage und Umsatzentwicklung gehören dazu. Auf der Basis dieser Informationen fällt die Entscheidung für oder gegen eine Beteiligung.

Expertenrat nutzen

Der Einstieg einer mittelständischen Beteiligungsgesellschaft kann eine große Hilfe sein. Um die besten Voraussetzungen für ein Engagement zu schaffen, empfiehlt es sich, Expertenrat zu nutzen. Die Fördermittel Plus GmbH ist ein langjähriger Partner mittelständischer Unternehmen bei der Nutzung von Förderprogrammen. Die Experten von Fördermittel Plus kennen sich auch bei mittelständischen Beteiligungsgesellschaften aus. Sie helfen Ihnen bei der perfekten Aufbereitung Ihrer Unterlagen, so dass Sie Ihr Anliegen erfolgversprechend darstellen können.