Geschrieben von: Manfred Gerkensmeyer
Zugriffe: 1604
Rolle und Funktion der Hausbank bei Fördermitteln

Rolle und Funktion der Hausbank bei Fördermitteln

Kreditinstitute spielen im Prozess der Beantragung und Vergabe öffentlicher Fördermittel für Unternehmen eine wichtige Rolle. Vor allem bei Krediten aus öffentlichen Förderprogrammen - aber auch bei vielen anderen Fördermaßnahmen - bilden sie eine entscheidende Schnittstelle zwischen dem Förderadressaten und dem jeweiligen Förderinstitut. Praktisch alle darlehensbasierten Fördermittel werden nach dem sogenannten Hausbankenverfahren vergeben.

Das Hausbankenverfahren im Überblick

Das Hausbankenverfahren ist ein seit Jahrzehnten praktizierter Prozess der Kreditvergabe aus öffentlichen Fördermaßnahmen. Es sieht vor, dass der Kreditnehmer zinsgünstige Darlehensmittel aus einem Förderprogramm nicht unmittelbar von dem mit der Programmdurchführung beauftragten Förderinstitut erhält, sondern von einem normalen Kreditinstitut. Das kann, muss aber nicht zwangsläufig die Hausbank sein - insofern ist die Bezeichnung Hausbankenverfahren irreführend.

Die finanzierende Bank vergibt das Darlehen dabei nach den Bestimmungen und zu den Konditionen, die das Förderinstitut vorgibt. Es nimmt auch die Anträge für die Fördermittelgewährung entgegen und berät bei der Antragstellung. Das Kreditinstitut refinanziert den von ihm vergebenen Förderkredit seinerseits durch ein entsprechendes Darlehen der Förderbank. Für den Bearbeitungs-, Beratungs- und Verwaltungsaufwand im Zusammenhang mit der Beantragung und Kreditvergabe erhält die Bank eine Aufwandsentschädigung. Üblicherweise ist das ein Anteil an der Bearbeitungsgebühr und/oder eine Zinsmarge. Das heißt, der Zins, den die Bank dem Firmenkunden in Rechnung stellt, ist etwas höher als der Zinssatz des Refinanzierungskredits. Die Zinsdifferenz ist die Marge und stellt die Aufwandsentschädigung für die Bank dar. Die Höhe der Marge ist festgelegt.

Der Nutzen: ganzheitliches Konzept möglich

Das Hausbankenverfahren bietet Vorteile. In der Regel kennt die Bank die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Vorhaben des Kreditnehmers bereits aus einer bestehenden Geschäftsbeziehung. Entsprechende Unterlagen sind zum Teil schon vorhanden. Sie kann daher wesentlich besser als ein Förderinstitut beurteilen, ob das Investitions- und Finanzierungskonzept des Kunden tragfähig ist und ob die Beantragung öffentlicher Fördermittel in Frage kommt. Mit ihrer Expertise kann die Bank auch dafür sorgen, dass bei der Antragstellung alle notwendigen Angaben gemacht und richtig aufbereitet werden. Damit wird gewährleistet, dass die Gewährung von Fördermitteln ohne unnötige Verzögerung erfolgt. Die Bank übernimmt daher eine wichtige Selektions-, Prüfungs- und Unterstützungsfunktion bei der Fördermittelvergabe.

Sehr oft werden Investitionen über eine Kombination aus Förderdarlehen und reinen Bankdarlehen finanziert. Auch hier kann die Bank dafür sorgen, dass die Finanzierung insgesamt ausgewogen ist und Ausfallrisiken begrenzt bleiben. Die Einbeziehung von Förderdarlehen in ein Finanzierungskonzept verbessert häufig Finanzierungsspielräume. Bei vielen öffentlichen Förderdarlehen geht das Förderinstitut nämlich zum Teil selbst in die Haftung oder stellt Kreditinstitute von der Haftung frei. Dies macht in vielen Fällen weitere Kreditvergaben erst möglich. Auch bei vielen anderen Fördermaßnahmen, die nicht auf Darlehensgewährungen beruhen, führt der Weg oft über die Hausbank. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn gutachterliche Stellungnahmen zur Beurteilung von Vorhaben benötigt werden.

Einige Kritikpunkte

Wenn sich das Hausbankenverfahren auch insgesamt bewährt hat, ist es doch nicht unumstritten. Vielfach wird bemängelt, dass Kreditinstitute nicht ausreichend über die Fördermöglichkeiten informieren, weil sie eher an der Vergabe eigener Bankdarlehen interessiert sind, die für sie profitabler sind. Auch an der Beratungsqualität gibt es gelegentlich Kritik. Die Banken ihrerseits weisen darauf hin, dass die ihnen gewährte Aufwandsentschädigung oft nicht die tatsächlichen Kosten decken. Gerade bei Krediten an kleine und mittlere Unternehmen stünden Aufwand und Entschädigung in keinem angemessenen Verhältnis.

Unabhängige Förderberatung hilft weiter

Eine unabhängige Förderberatung - wie sie von der Fördermittel Plus GmbH angeboten wird - kann daher gerade für Mittelständler ein sinnvoller Weg sein, die öffentlichen Fördermöglichkeiten voll und optimal auszuschöpfen. Hier ist nämlich eine von eigenen Finanzierungsinteressen losgelöste Beratung gewährleistet, die sich ausschließlich am Kundennutzen orientiert. Das besondere Plus dabei ist: der Kunde wird bei Bedarf auch bei den notwendigen Gesprächen mit der Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut unterstützt. So ist gesichert, dass der Kunde auf jeden Fall die besten Konditionen erhält.